Login

Aktuell sind 70 Gäste und keine Mitglieder online

Werbepartner

Mit uns nicht!

DJK gegen sexuelle Gewalt

DSC00675  DSC00721

Traditionell einer der originellsten und aufwändig gestalteten Faschingswägen war wieder einmal der DJK-Wagen. Motto und Aufmachung sorgen nicht zum ersten Mal für die Schlagzeilen in der Presseberichterstattung ...

pnp  27.02.2017   R.Steiml

 

Sportler lösen Geburtenproblem – beim Faschingszug

Tausende beklatschen Themenvielfalt in Altreichenau – Rund 35 Wagen und Fußgruppen unterwegs – Trumps Mauer und Reichenauer Abrissbirne

Der neue amerikanische Präsident, seine Mauer nach Mexiko mit dem Slogan "Make America great again" und dahinter wartet (zufällig) schon der "Weidinger-Abrisstrupp Neureichenau".
Der neue amerikanische Präsident, seine Mauer nach Mexiko mit dem Slogan "Make America great again" und dahinter wartet (zufällig) schon der "Weidinger-Abrisstrupp Neureichenau".
 

Altreichenau. Tausende von Zuschauern, Hunderte von Mitwirkenden, eine Vielfalt höchst origineller Maschkeras bei den rund 35 Wagenmotiven und Fußgruppen – dieser Altreichnauer Faschingszug konnte sich gestern wahrlich sehen lassen!

Sehr zur Freude der ausrichtenden Dorfgemeinschaft, von Manuel Rauch, bei dem die Fäden zusamenliefen, von der Gemeinde Neureichenau, die die versicherungstechnischen Fragen, dazu Straßensperrformalitäten etc. übernommen hatte, der Oidhüttler und all ihrer Gäste aus nah und fern war dies ein Gaudiwurm mit allem Drum und Dran und eine tolle Atmosphäre im Dorf unterm Dreisessel.

Beste äußere Bedingungen fanden die Teilnehmer und Zuschauer vor, dazu eine mustergültige Organisation. Während sich an der rund einen Kilometer langen Staatsstraße durch den Ort die erwartungsfrohen Zuschauer sammelten, reihten sich auf dem Vorplatz der Eventhalle die Darsteller. Da waren verlassene Kühe neben adretten Barbiepuppen, Märchenfiguren und Bobfahrer, Männer mit Schnullern und Babywindeln neben gackernden Hühnern (die offenbar der Stallpflicht trotzten) und gleich ein paar Donald Trumps, waren Wagen mit ganzen Festzelten, Hütten, Gefängniszellen und Wasserlabors, Staubkanonen und Abrissbirnen, Riesenkinderwagen und Ehebetten . . . die sich im Takt der Blaskapelle Neureichenau dann aufmachten.

 

Drei "doppelte Schotten" waren ein Hingucker . . .

Drei "doppelte Schotten" waren ein Hingucker . . .

 

Da es gleich zwei Mal durch das Dorf ging, bekamen die Zuschauer ohnehin viel mit von dem, was sich die "Besatzungen" und Gruppen da ausgedacht haben, aber für alle Fälle hatte zudem auch Moderator Franz Kerschbaum bestens den Durchzug kommentiert.

Weil sich kurzfristig noch die eine oder andere Gruppe dazugesellt hatte, hier ein kurzer Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Während die Blaskapelle in Arbeitsg’wand voranmarschierte und den Umzug in neue Probenräume forderte ("Holt uns endlich hier raus aus dem Klassenzimmer"), hat das Team der Reitanlage Eva Bauer die Daltons-Bande aus den Lucky-Luke-Comics dingfest gemacht und der FC Dreisessel mit seinen Stammvereinen die "SG Märchenwald" umherziehen lassen. Die "Reichenauer Deifesweiber" waren ebenso unterwegs wie der Hie-und-Do-Stammtisch aus Gänswies mit seinen Ghostbuster-Jägern oder die Hüttenfreunde aus Lackenhäuser mit dem Pokemon-Wagen, die Röhrndlberger Einhörner und "die 6 z’widern 3" mit doppelt so vielen Beinen als normal. Die Dowias-Hüttn-Leute zeigten ein mobiles Festzelt, die Völkerball-Damen aus Vorderfreundorf hatten als Sister-Act-Nonnen ihre eigene Kirche auf dem Wagen, die Altreichenauer Frauengruppe kam als Barbie-Gruppe nagelneu in ihren Kartons als Hingucker. Das gilt auch für alle anderen: Der "Gemischte Oidhüttler Haufen" mit "Betthupferl" und Kammertwagen, die Skischule Dreiländereck in ihrem Anno-Dazumal-Wintersport-Outfit, der Lederhosenclub aus dem oberösterreichischen Schwarzenberg mit seinem großen Holzhüttenpartygefährt, die Apres-Ski-Hüttn aus der "Neiwöid", das Breitenberger Feuerwehr-Waldwassergewinnungslaboratorium als Retter aus der Wassernot, die Klafferstrasser FFW, die sich der Dreisesselstraßen-Driftfahrten angenommen hatte . . . da waren UFO-Aliens und eine fahrende Woidhex unterwegs, eine Gruppe aufgebrachter Hühner, die Wellnessgruppe Neureichenau, die "Wilde Maus"-Gruppe befand sich auf der Staatsstraße durchs Dorf in einer unentwegten Achterbahnfahrt, die FFW Altreichenau nahm sich gemeinsam mit dem Stammtisch Zwerglhüttn des Behördenwahnsinns an, die "Altreichenauer Weiber" spielten "Kuh sucht Bauer" ("eine Wies’n zum Leasen" und "Jemand zum Zeidln") und der DJK-SV Altreichenau hat einen Riesen-Kinderwagen durch den Ort "geschoben", in dem sie alle selbst saßen, um Werbung zu machen für mehr Kinder zur Rettung der örtlichen Grundschule.

 

. . .ebenso diese "Woidfamilie" vor der Kirche . . .

. . .ebenso diese "Woidfamilie" vor der Kirche . . .

 

Auch international heikle Themen wurden hintergründig durch den Kakao gezogen. So kamen aus Breitenberg (von der FFW) zwei Bob-Besatzungen herüber und lieferten sich mehrere Wettrennen durch den "Eiskanal" namens Staatsstraße, wobei die Deutschen ohne Hilfsmittel sportelten, die RUS-Fahrer dagegen mit ihrer "Mobilen Doping-Station" von Rennen zu Rennen unterstützt wurden. Der VW-Skandal mit Winterkorn, Diesel und Co. war ein Thema bei den Gänswies-Geisterjägern – und es war natürlich auch der neue amerikanische Präsident Donald Trump in etlichen Ausführungen unterwegs. Aus Gegenbach kam einer von den "Hüttenfreunden" herüber, einer war mit dem Wahlspruch "Make Altreichenau great again!" unterwegs und ein anderer hatte bereits eine neue Mauer aufgebaut (ob es Zufall war, das im Zug dahinter gleich das Weidinger-Gefährt mit der "Abrisstruppe Neureichenau" fuhr und die Birne schwang?

 

. . . und natürlich – wie in den Karton gepellt – diese blonden Barbie-Puppen und viele andere mehr.

. . . und natürlich – wie in den Karton gepellt – diese blonden Barbie-Puppen und viele andere mehr.

 

Es war auf jeden Fall zwei Stunden Superfaschingsspaß da mitten in Altreichenau, egal ob für Teilnehmer (die sich auf ihren Wägen und aus ihren Leiterwagerln selbst gut zu versorgen wussten) oder Zuschauern (für deren leibliches Wohl an den Verkaufsständen entlang der Srecke, ob Skihütten, "Puder-Rosa-Ranch oder Gasthaus gesorgt war). Das närrische Volk war gut drauf – auch wenn ein Zwischenfall den Zug überschattet hat: Eine Seniorin war vom Bordstein gerutscht, auf der Straße gelandet, beinahe unter einen Wagen geraten und hatte mit einer Platzwunde vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, so die Polizei Waldkirchen. Eine Schrecksekunde!

 

Der Kinderwagen vom DJK-SV Altreichenau reichte fast bis zum Balkon, auf dem (hinten) Franz Kerschbaum moderierte. − Fotos: Steiml

Der Kinderwagen vom DJK-SV Altreichenau reichte fast bis zum Balkon, auf dem (hinten) Franz Kerschbaum moderierte. − Fotos: Steiml

 

Aber im Großen und Ganzen war es ein toller Tag gestern in der Oidhüttn. Und drunten in der Eventhalle ging es ja noch ausgelassen weiter mit heißer DJ-Musik, tanzenden Maschkeras, Losverkäufern, feiernden Faschingsfreunden, Einheimischen, Urlaubern und am Ende fröhlichen Gutscheingewinnern.

Hochachtung zollte Cheforganisator Rauch "seiner" Dorfgemeinschaft, den Vereinen, Gruppen, Mitwirkenden, Moderator Franz Kerschbaum, Musik-Macher Robert Zillner, den Verkäufern, den Feuerwehrlern aus Altreuichenau für die Absperrung und den vielen helfenden Händen, dazu auch der Gemeinde Neureichenau für die Unterstützung. 3. Bürgermeister Stefan Thür schaute zu, 2. Bürgermeister Willi Sitter fuhr gar einen der Wagen und 1. Bürgermeister Walter Bermann hat auch schon im Vorfeld den guten Zusammenhalt der Oidhüttler gewürdigt, die bei Großveranstaltungen immer eine Bank seien. Und das haben sie gestern wieder einmal bewiesen bei ihrem Faschingszug. Es war ihnen allen anzumerken, dass sie nach acht Jahren Pause ganz heiß drauf waren an jenem kalten Tag.

 

Joomla Template by Joomla51.com