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Herz3

Bischofsreut – Passau – Nürnberg: Anna Madl wechselt in die Bundesliga

 

Foto: Sigl

 

 

Samstag gegen 14.30 Uhr, Abpfiff des U15-Bayernliga Spiels. Der 1.FC Passau hat gerade trotz einer überzeugenden Leistung und vieler Torchancen im Derby gegen Dingolfing "nur" 1:1 gespielt. Die Jungs sind enttäuscht. Sie hatten sich mehr vorgenommen, sie wollten drei Punkte in diesem intensiven und körperbetonten Spiel holen. Unter den vielen Jungs entdecken die Zuschauer ein Mädchen – Anna Madl. Groß, blond, sie gibt Kommandos und hält dagegen, wenn die Gegenspieler ihren Körper gegen sie einsetzen, sie hält stand, wenn gerempelt, gegrätscht und gehalten wird. Sie steigt hoch im Kopfballduell, schaltet sich in den Spielaufbau ein, spielt einen technisch feinen Pass in die Spitze – genau in den Fuß ihres Mitspielers.

Die 15-jährige Bischofsreuterin kam vor drei Jahren von der DJK Altreichenau zum 1.FC Passau. Vieles im Leben der wortgewandten jungen Frau dreht sich um den Fußball: Training, Spiele, Verein, Auswahl und, und, und. Stammspielerin bei den U15-Jungs in der Bayernliga, Leistungsträgerin bei den U17-Juniorinnen in der Bayernliga, sie führt das Auswahlteam des Bayerischen Fußballverbands ihrer Altersklasse als Spielführerin aufs Feld, Sichtungslehrgang des DFB, Trainingslager in Jordanien,…ohne die Unterstützung der Eltern – undenkbar.

Am Wochenende mit den Jungs gegen den SV Wacker Burghausen? Oder mit den Mädels bei der Spvgg Greuther Fürth? Oder wie so oft beides? Nein, nächstes Wochenende ist in Duisburg Länderpokal, da ist Kapitänin Anna Madl gefragt, die bayerische Auswahl wieder zum Erfolg zu führen. Bei den U14-Juniorinnen hat es für Anna im Vergleich mit den anderen Landesverbänden bereits geklappt, ein riesen Ding: Länderpokalsieger Bayern!

Im letzten Jahr die niederbayerische Meisterschaft mit den U15-Jungs in der BOL und der Aufstieg in die Bayernliga, Platz 4 in der U17-Juniorinnen Bayernliga – als Aufsteiger knapp an der Relegation zur Bundesliga vorbei. Anna Madl ist ein fester Bestandteil beider Teams beim 1.FC Passau, misst sich mit den Jungs, wird von ihnen akzeptiert und führt die Mädchen mit ihrer kommunikativen Art und Leistungsstärke. Ein Konzept, das funktioniert – fördern und fordern bei den Jungs – führen und lenken bei den Mädels.

Alina Angerer – spielt aktuell mit dem SV Frauenbiburg um den Aufstieg in die 2. Damen Bundesliga – hat es vorgemacht, Vanessa Gerhofer und Anna Madl machen es nach. Das fällt auch den Proficlubs auf und sie klopfen an. Keine leichte Entscheidung, aber Anna weiß, was sie will: Sie will Bundesliga spielen. Ab Sommer tauscht sie das rote Trikot des 1.FC Passau mit dem weinroten Trikot des 1.FC Nürnberg. U17-Juniorinnen Bundesliga heißt ihr nächster Entwicklungsschritt. In der Schule geht es weiter in Richtung Fachabitur und auch im beruflichen Feld hat Anna bereits etwas im Auge, das ihr gefällt.

Sie wollte das U15 Bayernligaspiel auch gewinnen – das merkt man ihr an. Sie ist jetzt gerade nach dem Spiel auch enttäuscht. Jetzt geht es mit ihrem Vater erstmal nach Hause, nach Bischofsreut. Dann geht Anna ihre nächsten Ziele an. Länderpokal mit der Bayernauswahl in Duisburg, Klassenerhalt mit den U15-Jungs und den U17-Mädels des 1.FC Passau in der Bayernliga und ab Sommer Bundesliga beim 1.FC Nürnberg…Anna Madl weiß, was sie will. − T.B.

 
heimatsport print bereich   19.03.2016